Zeitungsartikel

2017

Ostsee-Zeitung (22./23. April): Keine Zeit für Angsthasen: Birgit Schuster mit neuem Stück

Von Ann-Christin Schneider in der Ostsee-Zeitung Insel Rügen vom 22./23. April 2017

Keine Zeit für Angsthasen:
Birgit Schuster mit
neuem Stück

Von Ann-Christin Schneider
Etwa eineinhalb Jahre nach dem verlustreichen Brand in Teschvitz erweitert das
Puppentheater "Schnuppe" im Mai wieder sein Repertoire

Teschvitz/Bergen. Es ist ein arbeitsreiches Jahr für Birgit Schuster gewesen. Wenn die Puppenspielerin des mobilen Theaters "Schnuppe" aus Teschvitz bei Gingst an die vergangenen Monate zurückdenkt, merkt man ihr die Strapazen an. "Ich war im Dauereinsatz", sagt die 50-Jährige, die sich bei der Erinnerung ihre Schläfen massiert. "Jetzt bin ich erst wieder an dem Punkt, an dem ich mal wieder zum Luftholen komme."
In der Nacht zum 11. November 2015 war ein Feuer in einer Doppelhaushälfte in Teschvitz ausgebrochen. Personen wurden nicht verletzt, aber für das Gebäude gab es keine Rettung mehr. Mit dem Haus ging auch das Lager von Birgit Schuster in Flammen auf. Dort bewahrte die Puppenspielerin Figuren und Requisiten für rund 20 Stücke auf. "'Der Gryffelo', 'der kleine Rabe Socke', 'Sterntaler' oder die Geschichte 'Lebwohl lieber Dachs'", zählt sie die Verluste auf.


Puppenspielerin Birgit Schuster erweitert im Mai ihr Repertoire.

FOTOS: ANN-CHRISTIN SCHNEIDER. ANNE ZIEBARTH

Ein Schaden von etwa 20000 Euro entstand. "Aber darum geht es mir eigentlich nicht", betont die gebürtige Thüringerin. "Alle Stücke haben mir am Herzen gelegen. Sie zu verlieren, war hart." Viel Zeit zum Trauern ist am Anfang aber nicht geblieben. Die Weihnachtszeit stand kurz bevor, Termine mussten eingehalten werden. "Zum Glück waren nicht alle Stücke in dem Haus untergebracht, sodass ich  improvisieren konnte. Die Veranstalter waren auch alle sehr rücksichtsvoll, als ich andere Geschichten als gebucht spielte."
Zwischen den Aufführungen habe sich die Theaterfrau aber trotzdem keine Pause gegönnt. "Wenn ich nicht spielte, baute ich Stücke wieder nach" , sagt die studierte Pädagogin, Psychologin und Medienwissenschaftlerin.

Sieben Werke, darunter "Oh wie schön ist Panama" und, "Der kleine Angsthase", gehören nun wieder zum Repertoire, das mittlerweile wieder 14 Geschichten mit etwa 90 Figuren umfasst.
Nun ist Birgit Schuster auch wieder soweit, dass sie mit einem neuem Stück Kinderaugen zum Strahlen bringen möchte. Am zweiten
Maiwochenende soll "Lustig ist
das Piratenleben" Premiere in der Umweltschule in Dreschvitz feiern. In dem etwa 40 Minuten langen Puppenspiel möchte Pinkus immer machen, was er will und stößt dabei nicht auf das Verständnis seiner Eltern. Deswegen flüchtet

sich der Junge in seiner Fantasie zu den Piraten und lernt, was es heißt selbst Verantwortung zu tragen und mit den Konsequenzen seines Handelns umgehen zu müssen. Etwa zwei bis sechs Wochen braucht die Theaterfrau, die schon seit ihrer Jugend eine Leidenschaft für Puppen entwickelt hat, um ein Stück zu bauen. Materialien bekommt sie aus dem Baumarkt oder im Internet. Ihr ist eine einfache Umsetzung wichtig: "Die Kinder benutzen heutzutage immer seltener ihre Fantasie. Ich möchte das auf diese Weise fördern." Und ihre offene Spielweise kommt bei den Zuschauern an. "Gerade nach dem

zehn Jahren noch davon sprechen, dass sie mit meinen Geschichten aufgewachsen sind, dann ist das einfach herzerwärmend." Das Ereignis wolle sie deswegen eigentlich gar nicht mehr missen.
Ein Problem bleibt aber durch den Brand noch immer. "Bislang habe ich noch kein neues Lager gefunden", resigniert Birgit Schuster. Es sei schwer einen trockenen und mausfreien Platz für ihre Figuren und Requisiten zu finden. "Noch sind alle Stücke Zuhause in unserem Wintergarten untergebracht, aber da wird es langsam eng", erklärt die 50-Jährige. Sie hofft, aber auch da eine Lösung zu finden.

Figurentheater Schnuppe

1996 gründet Birgit Schuster ihr Figurenthater "Schnuppe". 1998 zog Schuster nach Rügen und baute das Repertoire ihrer mobilen Bühne Jahr für Jahr auf mehr als 30 Stücke aus.


Im November 2015 brannte das Lager von Birgit Schuster in Teschvitz ab.
19 Ihrer Puppentheaterstücke wurden so zerstört.

Brand war ich überwältigt von der Unterstützung, Solidarität und Hilfe von so vielen eigentlich Fremden", sagt die 50-Jährige noch immer sichtlich gerührt. Die Spenden, Geschenke und positiven Rückmeldungen, wie wichtig ihre Arbeit
sei, hätten ihr nach der ganzen Verunsicherung Kraft gegeben. Niemanden möchte sie in ihren Aufzählung vergessen: "Wenn Kindergartenkinder mir zwei Euro in die Hand drücken und sagen ,Das ist
für Schnuppe' oder Großeltern beteuern, dass die Enkel selbst nach

20 Theaterstücke mitsamt der mehr als 100 Puppen, den selbstgebauten Bühnenbildern und allen Requisiten sind beim Brand einer Doppelhaushälfte in Teschvitz ein Raub der Flammen geworden.

20 öffentliche und private Aufführungen veranstaltet Birgit Schuster im Monat. Als nächstes auf Rügen "Peter und der Wolf" am 3. Mai um 10 Uhr im Haus des Gastes in Baabe. Am zweiten Maiwochenende soll das neue Stück "Lustig ist das Piratenleben" Premiere feiern. Alle Termine finden Sie auf www.schnuppefigurentheater.de

2013

BLITZ Rügen (22. Dezember): Den Kindern mit Geschichten die Welt erklären

VON Antje Rudolph im BLITZ Rügen vom 22. Dezember 2013

Den Kindern mit Geschichten die Welt erklären

Von Antje Rudolph
Puppenspielerin Birgit Schuster stellt sich gern hinter ihre Figuren

Gingst/vpb/AR. Vier farbenfrohe Stuben baut Puppenspielerin Birgit Schuster liebevoll auf der kleinen Bühne des Stralsunder Brauhauses auf. Viele kleine Gegenstände und Utensilien müssen an ihren Platz. Unter den Tannenbaum en miniature werden winzige Geschenke gelegt, Peterle wird in sein Kinderzimmer gesetzt und das puschelige Gänslein Auguste kommt ins Körbchen. »Wenn ich alles angefasst und hingestellt habe, dann bin ich bereits im Stück angekommen «, erklärt Birgit Schuster, wie sie sich mit dem Ritual des Aufbaus aus Schritt für Schritt in das jeweilige Stück einfühlt. Und heute wird die »Weihnachtsgans Auguste« gespielt, ganz passend zur Adventszeit.

Aber auch außerhalb der Weihnachtszeit hat Birgit Schuster ein großes Repertoire zu bieten. Ihr Figurentheater »Schnuppe« zieht seit 1996 als mobile Bühne durch Vorpommern und bringt den Kindern Stücke wie »Das hässliche Entlein«, »Der kleine Rabe Socke« oder »Peter und der Wolf« näher. Dass die 47-jährige Freiberuflerin erin alle ihre Figuren aus Modelliermasse und Schaumgummi selbst baut, hat nicht nur finanzielle Gründe. »Mir wird oft gesagt, dass bei meinen Stücken alles aus einem Guss ist und, wenn ich die Figuren selbst baue, dann ist es einfacher, einen Zugang zu ihnen zu finden«, weiß die Puppenspielerin,

die wohl sechs bis sieben verschiedene Stimmen beherrscht. Das Puppenspiel beschäftigt die gebürtige Suhlerin seit ihrer Kindheit, denn hier war sie von der »Augsburger Puppenkiste« im Westfernsehen beeindruckt. Im Alter von zwölf Jahren arbeitete Birgit Schuster am Amateurpuppentheater Suhl und war nach der Schulzeit am Meininger Theater als Puppenspielerin tätig. Und obwohl sie ein bis zwei Stücke pro Jahr produziert, liegen noch viele Ideen in der Schublade. Dass nicht sie als Person im Vordergrund steht, sondern die unterschiedlichen Charaktere, ihre Figuren, empfindet Birgit Schuster als angenehm. »Ich kann trotzdem alles ausdrücken, was ich möchte, was mir wichtig ist«, erläutert die Künstlerin, die es manchmal als Handicap empfindet, nur zwei Hände für mehrere Figuren zur Verfügung zu haben. Das Wichtigste sei sowieso die Geschichte. Auch wenn diese vom Stoff her bekannt ist, muss zunächst ein eigener roter Faden gefunden werden. »Die Frage ist, welches Bild von der Welt wir als Erwachsene den Kindern vermitteln wollen. Kinder wollen wissen, wie das Leben funktioniert«, weiß die Mutter einer heute 19-jährigen Tochter. Sie selbst stellt sich dieser Herausforderung mit ganz viel Herzblut zum Beispiel am 29. Dezember um 10.30 Uhr mit »Lars, der kleine Eisbär« im Haus des Gastes in Binz oder am 31. Dezember um 17 Uhr mit »Lucie und Karl Heinz« im St. Spiritus in Greifswald.

Birgit Schuster, Puppenspielerin aus Gingst, weiß aus den Erfahrungen ihrer eigenen Kindheit, was Geschichten für Kinder bedeuten können
Birgit Schuster, Puppenspielerin aus Gingst, weiß aus den Erfahrungen ihrer eigenen Kindheit, was Geschichten für Kinder bedeuten können.
Foto: Antje Rudolph

DeWeZet Kultur (30. April): Das fliegende Lesezimmer

VON JULIA MARRE in der Deister- und Weserzeitung vom 30.April 2013

Das fliegende Lesezimmer

Von JULIA MARRE
In ihrer Theateradaption des Kinderbuchs „Der Grüffelo“ erweckt Birgit Schuster die Bühneneinrichtung zum Leben.

Hameln. „Wow!“ Der junge Besucher am Montagmorgen im TAB staunt nicht schlecht, als auf der Bühne ein Buch seine Seiten aufklappt und als Eule davonfliegt. Birgit Schuster vom Rügener Figurentheater Schnuppe zeigt dort bereits zum dritten Mal ihr Kindertheater vom „Grüffelo“. Das ist jenes zottelige, furchteinflößende Wesen, das eigentlich tief im Wald wohnt. Hier, auf der Studiobühne, spielt die Handlung allerdings ganz woanders.

Puppenspielerin Birgit Schuster schenkt dem modernen Kinderbuchklassiker nämlich eine stimmige Rahmenhandlung, in der sie die Reime aus der Erzählung fortführt. Sie spielt eine Leseratte, für die es kaum etwas Schöneres gibt, als mit einem

guten Buch im Ohrensessel zu sitzen und zu schmökern. So wird sie auch auf die Geschichte vom „Grüffelo“ aufmerksam: Ihre Bücher und ihr Sessel erwachen nach und nach zum Leben – und die kleine Maus huscht zwischen den Seiten hervor.

Dass das fabelhafte Abenteuer der angstfreien Maus im Lesezimmer spielt, ist eine wunderschön umgesetzte Idee. Eine aufgeklappte Mappe lässt einen Pop-up-Wald zum Vorschein kommen. Aus einem Lesezeichen wird die zischelnde Schlange. Und aus einem Pappkarton klappt der Fuchs seinen Schwanz aus. Liebevoll sind die Requisiten umfunktioniert; es gibt viele Überraschungsmomente, für die das kleine Publikum nicht nur an diesem Vormittag begeistert klatscht.

Birgit Schuster mit der Maus und der aus dem Buch schlüpfenden Eule. Theater
Birgit Schuster mit der Maus und der aus dem Buch schlüpfenden Eule.
FOTO: Theater

2012

DeWeZet Kultur (20. März): Wie ein frecher, schlauer Rabe zur diebischen Elster wird

VON KARIN ROHR in der Deister- und Weserzeitung vom 20. März 2012

Wie ein frecher, schlauer Rabe zur diebischen Elster wird ...

Von KARIN ROHR
... und im TAB seine Lektion lernt / Kinder haben ihren Spaß mit Birgit Schuster und dem Figurentheater Schnuppe.

Hameln. Spinat mit Senfsoße ist "Bääääh!", und frisch geschmorte Pilze auf Pfannkuchen sind "Iiiiih!" - da sind sich die Kleinen im TAB einig. Beim Kartoffelbrei mit Röstzwiebeln aber scheiden sich die Geister. Doch beim Aufmarsch der Tiere in dem Stück "Der kleine Rabe Socke" vom Figurentheater Schnuppe aus Rügen geht es längst nicht nur um die kulinarischen Vorlieben oder Antipathien von Kindern, sondern darum, wie man sich anständig und nett verhält, "Bitte" und "Danke" sagt und andere nicht absichtlich kränkt, haut oder beklaut.

Brav sein - das hört sich nach totaler Langeweile an. Doch wenn der Held der Geschichte ein frecher Rabe ist, der vorlaut den großen Macker macht und wie eine diebische Elster den anderen Tieren die Lieblingssachen stibitzt, ist Spaß angesagt. Sehr viel Spaß. Und die Vier- bis Siebenjährigen sind voll dabei, als Birgit Schuster eine ganze Menagerie an drolligen Figuren aufmarschieren lässt und zum Leben erweckt.

Schon das erst Bild ist den Kids vertraut, sorgt für Unruhe im Saal: ein heilloses Durcheinander von riesigen Bauklötzen. Da muss aufgeräumt werden. auf der Bühne erledigt das Birgit Schuster mit wenigen Handgriffen, bevor Socke mit seinem "einnehmenden" Wesen für Wirbel sorgt. Raffiniert, welche Tricks der schlaue Vogel anwendet, um den anderen Tieren ihre Lieblingssachen abzuluchsen: Schweinchen Stulle spannt er die Rollschuhe aus, Schaf Mary macht er die lila Mütze madig, Angsthase Oliver erschreckt er so, dass ihm dessen Schmusekissen quasi in den Schoß fällt, und Mäuschen Brillo nimmt er das Buch ab, obwohl er gar nicht lesen kann. Dabei könnte doch alles "soooo söööön" sein, wie der lispelnde Hase sagt, wenn Socke nicht so ein selbstsüchtiger Spielverderber wäre. Erst als er einsam in seinem Nest hockt, um die geklauten Reichtümer zu bewachen und die anderen ohne ihn spielen, ahnt er, was er verpasst. Und - bitte, danke - so ein Rabe ist ja lernfähig. Und die Kinder auch. Ganz spielerisch hat ihnen Birgit Schuster eine lustige, kleine Lehrstunde beschert.

DeWeZet Kultur (15. Februar): Warum es gut ist, einfach mal Nein zu sagen

VON ERNST AUGUST WOLF in der Deister- und Weserzeitung vom 15. Februar 2012

Warum es gut ist, einfach mal Nein zu sagen

Von ERNST AUGUST WOLF
Nicht die "Super Nanny", sondern Birgit Schuster sorgt für ein ausverkauftes Kindertheater

Hameln. Wirklich unerhört! "Man darf keine Kaninchen in den Sack stecken und töten!", schreit ein kleine Mädchen höchst erbost, zieht einen Flunsch und dreht der Bühne den Rücken zu. Auch die anderen kleinen Theaterbesuche sind über die Aktion des Wolfs empört. Der hat die dummen Kaninchen, allesamt unkritisch Ja-Sager, in eine Falle gelockt. Dann kommt Schnurzel, genannt "das Neinchen", ein Trotzkopf und notorischer Nein-Sager. Einer, der Eltern an die "Super Nanny" denken lässt.

Das TAB war ausverkauft. Theater für Kinder ab drei ist auch für Eltern ein Erlebnis. Die kleinen Besucher begleiteten das, was die Rügener Puppenspielerin Birgit Schuster mit bestechend einfachen Mitteln sehr effektvoll vorführte, mit treffenden Kommentaren und Ratschlägen. Von "Schimpf doch mal!" bis "Du musst ihn loben!" reichten die Erziehungstipps, wenn der widerspenstige Schnurzel wieder mal eine seine "Ist-mir-doch-schnurzwurzpiepe" - Phasen hatte.

Birgit Schuster setzte die schöne Geschichte ohne penetranten pädagogischen Ziegefinger um. Schon nach wenigen Augenblicken verfiel das Publikum der Magie des aus einem großen grünen Umhang hervorgezauberten Spiels. Anfangs machte Schnurzel destruktives Neinsagen Spaß, dann amüsierten sich die Zuschauer über die pädagogischen Klimmzüge der Mutter, bis sich in einer spannungsreich steigernden Handlung Einsicht und Liebe durchsetzen. Wir lernen: Nein-Sagen kann Leben retten, ist aber als eigensinniges Verhaltensmuster ungeeignet.

Im Hinausgehen gab's einen regen Gedankenaustausch, und manch Elternteil wird der nächsten Trotzattacke des Nachwuchses mit größerer Gelassenheit entgegensehen. Schnurzel sei Dank.

2010

Ostsee-Zeitung (19. Februar): Die mit den Puppen tanzt

GERIT HEROLD in der Ostsee-Zeitung vom 19.März 2010

Gastfreundschaft macht Schule

Von GERIT HEROLD
Mit einem Theaterstück will der Tourismusverband der Insel die Kinder für das Thema Gastfreundlichkeit sensibilisieren.

Sellin. Sellin. "Wer von euch hat denn auch manchmal Urlauber zu Gast?", fragt Matthias Scheibe in die Runde der sieben- und achtjährigen Selliner Grundschüler. Zahlreiche Finger gehen nach oben. "Und wie ist das dann für euch?", setzt das Vorstandsmitglied des Tourismusverbandes Rügen nach. "Dann dürfen wir nicht toben", sagt Sophie. Andere Kinder überlegen. Gastfreundlichkeit ist auf der Tourismusinsel Rügen noch längst nicht selbstverständlich. Das machen Gästebefragungen und Untersuchungen deutlich, die den Rüganern in diesen Punkten keine guten Noten bescheinigen.
Um dies zu verbessern, geht der Tourismusverband Rügen (TVR) neue Wege. Ein Theaterstück soll die Grundschüler für das Thema sensibilisieren. Dazu hat der TVR die Rügener Puppenspielerin Birgit Schuster beauftragt,ein Stück zu schreiben. "Wir haben uns überlegt, dass wir bei den Jüngsten anfangen müssen. Schließlich sind sie die Gastgeber von morgen ", so Matthias Scheibe.

entsetzt, wie sie sich auf "seiner" Insel breitrnacht. Es eskaliert. Schließlich reist Molli entnervt aus dem Urlaub ab.
"Gefällt euch die Geschichte?", fragt Birgit Schuster. "Ja - Nein!", schallt es im Chor. "Kalle soll nicht so griesgrämig sein", "Molli muss auch mal bitte saqen", "Sie könnten doch beide was zusammen machen" schlagen die Kinder vor. Die Geschichte beginnt von neuem. Kalle wird gesprächiger, er zeigt ihr , "seine" Insel und stellt fest , dass er auch schon lange nicht mehr an der Steilküste war. Molli ,lädt ihn zum Picknick am Strand ein. (Kalle: Sowas Verrücktes habe ich ja noch nie qemacht.) Am Ende darf sie sogar bei ihm übernachten - und gerne wiederkommen.
Nur geheiratet wird nicht, wie es die Schüler noch gerne gehabt hätten. Aber um solch ein Happy End geht es auch gar nicht. "Es ist mir wichtig zu zeigen, dass beide etwas falsch gemacht haben. Kalle muss sich nicht völlig umkrempeln. Es geht um die Akzeptanz der Bedürfnisse des anderen. Und dass man vom anderen auch lernen

Gastfreundschaft macht Schule Foto GEH
Dicht umringt von den neugierigen Kindern ist Puppenspielerin BirgitSchuster nach der Premiere ihres Stückes "Die Stadtmaus und die Inselmaus". Dashat sie im Auftrag des Tourismusverbandes Rügen geschrieben, um schon die jüngsten Rüganer für das Thema Gastfreundlichkeit und Tourismus auf der Inselzu sensibilisieren. Das Stücksoll in den Rügener Grundschulen gezeigt werden und mit Mitteln aus der Tourismuswirtschaft finanziert werden.
FOTO: GEH

Gestern hatte das Stück "Die Stadtmaus und die Inselmaus " in der Turnhalle der Selliner Grundschule vor 54 Mädchen und Jungen aus den 1. und 2. Klassen Premiere. Unter den Zuschauern waren auch Eltern, der Vorstandsvorsitzende des Tourismusverbandes, Thomas Wuitschik sowie Landrätin Kerstin Kassner, die sich freute, sich das Stück neben ihrer Enkeltochter Anna anzusehen.
Inselmaus Kalle ist wortkarg und gern allein. In seine Idylle platzt die aufgedrehte Stadtmaus Molli, die die schöne Insel entdecken und sich hier erholen will. Zwei Gegensätze prallen aufeinander: Kalle, dessen Vokabular sich in .jo " und .nee" erschöpft und der niemanden haben will in seinem Haus, seinem Garten, seinem Leben. Und Molli, die ihn mit ihrem aufdringlichen Redeschwall erschlägt und plump in seinem Vorgarten die Petersilie zertrampelt - entzückt, dass sie echten Spinat sieht, den sie nur in Gläsern aus ihrem Feinkostladen kennt. Sie nennt ihn einen unfreun~lichenGriesgram und er ist

kann" , er klärt Birgit Schuster. Das haben die kleinen Zuschauer verstanden. Und so beklatschen sie sich am Ende des Stückes auch selbst.
Schulleiterin Anne Eggert freut sich schon auf eine weitere Aufführung für die Klassenstufen 3 und 4. Das Stück soll anschließend inselweit und darüber hinaus auch in anderen Tourismusregionen Schule machen. Dafür sollen die touristischen Unternehmen als Sponsoren ins Boot, geholt werden. Schließlich sind sie auch die Profiteure, erklärt Matthias Scheibe. Um den Kindern das Thema Tourismus auf Rügen nahe zu bringen, reicht der TVR auch gern seinen "Tourismuskoffer" mit Büchern, Ansichtsmaterial und Spielen für gezielte Projektartbeit in die Schulen.

Ostsee-Zeitung (19. März): Gastfreundschaft macht Schule

KAI LACHMANN in der Ostsee-Zeitung vom 19.Februar 2010

Die mit den Puppen tanzt

Von KAI LACHMANN
Im Landesverband der Freien Theater in MV sind 18 Mitglieder organisiert. Die OZ stellt sie in einer losen Serie vor. Heute: das Schnuppe Figurentheater aus Gingst.

Gingst (OZ) - Der Winter steht vor der Tür, Vorräte müssen angelegt werden. "Kommt, wir gehen los und sammeln Nüsse", ruft Klaus, die Feldmaus, zu seinen Freunden. Trixi und der kleine Jonathan begleiten ihn. Frederick bleibt bei der Höhle und sammelt Sonnenstrahlen.
Birgit Schuster steht auf der Bühne im Prerower Kulturkaten und spielt mit vier süßen Mäusepuppen das Theaterstück "Frederick". Die 40 Kinder im Publikum verfolgen mit großen Augen und offenen Mündern die Geschichte.
Seit zwölf Jahren reist die in Suhl (Thüringen) geborene Puppenspielerin nun schon mit ihrem "Schnuppe Figurentheater" durch den Nordosten und fasziniert ihr junges Publikum mit klassischen und mordernen Märchen, auch mit selbst geschriebenen Stücken.
 
Die mit den Puppen tanzt

"Als ich herkam, gab ich mir fünf Jahre und wollte danach schauen, ob es klappt," erzählt die 43-Jährige. In dieser Zeit sei ihr bewusst geworden, dass das Figurentheater genau das ist, was sie will.
"Ich mache den Job, den ich liebe." Sie ist ein "Eine-Frau-Betrieb" und macht alles selbst: schreiben, proben, Regie führen und inszenieren. In ihrer kleinen Werkstatt in Gingst auf Rügen
Natürlich sind auch die Mäuse selbst genäht. Jede Puppe hat ihren eigenen Charakter.
"Kommt," ruft der Anführer Klaus abermals. "Wir sammeln Körner. Es ist wichtig, dass wir genug zu essen haben, wenn es so richtig kalt wird." Wieder folgen ihm Trixi und Jonathan, um Nahrung zu suchen. Frederick nicht, denn er will jetzt Farben und später Wörter sammeln.
"Ich mag dieses Stück sehr", sagt Birgit Schuster, die schon seit der Grundschule Theater spielt. ",Frederick‘ ist sehr poetisch und fantasievoll. Es transportiert eine wichtige Botschaft." Dass ihre Inszenierungen — ihr Repertoire umfasst beinahe 20 Stücke — für die Kinder nicht nur reine Unterhaltung sind, ist ihr wichtig.
Das Schnuppe Figurentheater ist Mitglied im Landesverband der Freien Theater. Man knüpft Kontakte, kritisiert und hilft sich. "Einer unserer größten Pläne ist es, dass jeder in seinem Gebiet einmal im Jahr ein kleines Festival auf die Beine stellt", sagt Schuster.
Aber dafür fehlen häufig die Zeit und die Unterstützung der Kurverwaltungen. "Gerade im Sommer wäre das eine schöne Sache für die Urlauber und ein Gewinn für das touristische Angebot", beklagt sie.
Dafür laufe es um Weihnachten rum aber prima. Ihre Kunden sind hauptsächlich Kitas und Grundschulen. "Und ich trete häufig bei Veranstaltungen wie Mittelaltermärkten oder dem Gingster Büchermarkt auf." Am Ende des Stücks herrscht tiefster Winter. Die vier Mäuse haben die Vorräte aufgebraucht und die Hoffnung, dass der Frühling bald kommt, schwindet.
Jetzt kommt Fredericks große Stunde: Er erzählt von den Sonnenstrahlen und Farben, die er gesammelt hat. Seinen Freunden wird dabei ganz warm ums Herz. Sie erinnern sich an die Schönheit der Blumenwiesen und des Himmels. Und mit den gesammelten Worten stimmt Frederick ein Lied an. Die Mäuse tanzen. So wird die lange Winterzeit ein bisschen verschönert. Nicht nur für die Mäuse.

Info: 03 83 05/55 30 1 www.schnuppe-figurentheater.de

2008

Ostsee-Zeitung (05. März): Vorhang auf für Nils Holgerson

ANDREAS KÜSTERMANN in der Ostsee-Zeitung vom 05.März 2008

Niels Holgerson und seine Abenteuer mit den Wildgänsen haben morgen Premiere im Gustav-Adolf-Saal.
Niels Holgerson und seine Abenteuer mit den Wildgänsen haben morgen
Premiere im Gustav-Adolf-Saal.      Foto: Küma

Vorhang auf für
Niels Holgerson

Stralsund/Rügen Seit 1996 ist Birgit Schuster mit ihrem Figurentheater Schnuppe auf Rügen ansässig. Neben bisher 26 eigenen Inszenierungen mit Regie, Dramaturgie und Bühnenbau setzt sie zusammen mit dem Theater Vorpommern seit 2005 bereits das vierte Stück um. Angefangen hatte alles mit "Petterson und Findus", den die Rüganerin in Greifswald und Stralsund in 61 Vorstellungen vor 3720 Zuschauern gespielt hat. Weitere Erfolge feierte Birgit Schuster mit "Lars dem kleinen Eisbären" und "Pinoccio". Nun also die Abenteuer des

"Niels Holgerson" nach dem Kinderbuch von Selma Lagerlöf. Inszenierung, Bühne und Kostüme, Puppen und Puppenspiel – alles Birgit Schuster. Und das Theater hat damit klammheimlich eine eigene neue Sparte. Eine solche hatte die 1966 geborene Puppenspielerin schon einmal ganz früh in ihrer Karriere am Theater Meiningen mit aufgebaut.
Morgen erlebt nun "Nils Holgerson" seine Abenteuer mit den Wildgänsen. Die Stralsunder Premiere des Stücks beginnt um 10 Uhr in der Jakobi-Kirche – im bereits ausverkauften Gustav-Adolf-Saal.      KÜMA

2007

Ostsee-Zeitung (16. November): Heimatmuseum wird Puppen-Königreich

ANDREAS KÜSTERMANN in der Ostsee-Zeitung vom 16.November 2007

Heimatmuseum wird
Puppen-Königreich

Von ANDRES KÜSTERMANN

Göhren. Die Adventszeit naht unaufhörlich. In Göhren beginnt sie schon am kommenden Wochenende. So wird morgen im Heimatmuseum die traditionelle Sonderausstellung zur Adventszeit eröffnet - "Das Königreich der Puppen". Dabei handelt es sich um eine Werkschau, die mit dem Schnuppe Kinder-Figuren-Theater von Birgit Schuster erarbeitet wurde. Bis zum 2. März des kommenden Jahres wird sie in dem geschichtsträchtigen Haus zu sehen sein.

Für die Mitarbeiter des Mönchguter Museum im Zusammenhang mit der heimlichen Zeit nahe, Märchen und Geschichten nicht nur zu erzählen,

sondern diesen sozusagen Leben einzuhauchen. "Und wer kann das besser als eine Puppenspielerin", sagt Torsten Bänsch, der sich für die Öffentlichkeitsarbeit des Mönchguter Museums verantwortlich zeigt.

Die vielen großen und kleinen Figuren und Theaterpuppen, die Birgit Schuster für ihr umfangreiches Repertoire braucht, stellt die freiberufliche Puppenspielerin, die 1998 nach Rügen zog, selbst her. Viele dieser Puppen und Requisiten haben bis zur nächsten Aufführung "nichts zu tun", und so kam Museumsleiterin Ellen Melzer der Gedanke, sie ins Museum einzuladen und hier einem breiten Publikum vorzustellen. Jedes Jahr gibt es auch im Schnuppe-Figuren-

Theater eine neue weihnachtlich stimmungsvolle Inszenierung, die aber noch nicht verraten wird. Gesagt werden kann aber, dass die Ausstellungseröffnung von 18 Uhr an mit einem Puppenspiel einhergeht. Birgit Schuster will die Kinder und die Erwachsenen mit ihrem Stück "Die drei kleine Schweinchen" begeistern. Es ist das alte Märchen von den drei Schweinchen, die in die Welt hinaus ziehen und sich jedes ein eigenes Häuschen bauen, das Jüngste eines aus Stroh, das Mittlere eines aus Holz und das Älteste ein festes Haus aus Stein.

Ostsee-Zeitung (26. Juni): Pinocchio begeistert Jung und Alt

CORNELIA MEERKATZ in der Ostsee-Zeitung vom 26.Juni 2007

Pinocchio begeistert
Jung und Alt

Pinocchio (an der Hand von Puppenspielerin Birgit Schuster) hat gelogen und schon wird seine Nase ellenlang. Die Fee mit den blauen Haaren (Heide Kalisch) und der Baum (Andreas Dobberkau) lachen ihn aus. Foto: Theater Vorpommern
Pinocchio (an der Hand von Puppenspielerin Birgit Schuster) hat gelogen und schon wird seine Nase ellenlang. Die Fee mit den blauen Haaren (Heide Kalisch) und der Baum (Andreas Dobberkau) lachen ihn aus. Foto: Theater Vorpommern

 
Am Sonntag feierte "Pinocchio" mit seinen Abenteuern in der Klosterruine Premiere. Kinder und Erwachsene lieben die freche Holzpuppe.

Von CORNELIA MEERKATZ

Eldena. Aus einem Stück Holz wird in diesem Sommer in der Klosterruine Eldena Pinocchio zum Leben erweckt. Bevor es jedoch soweit ist und der siebenjährige Paul Blumentrath als Pinocchio aus Fleisch und Blut lustig singend und tanzend über die Bühne springt, vergehen (inklusive einer 15-minütigen Pause) fast zwei Stunden. In dieser Zeit muss die liebenswert-freche Holzpuppe Abenteuer ohne Ende bestehen, denn natürlich kommt der Kleine erst einmal vom rechten Weg ab. Fuchs und Katze stehlen ihm sein Geld, das er vom Direktor des lustigen Puppentheaters bekommt. Im verführerischen

Spieleland wird er zu einem Esel. Dann wird auch noch sein Papa Geppetto von einem Wal verschlungen. Zum Glück hat er in der Grille und der Fee mit den blauen Haaren gute Freunde.
Zur Premiere am Sonntag bejubelten die kleinen und großen Zuschauer im altehrwürdigen Klostergemäuer neben Puppenspielerin Birgit Schuster auch die Schauspieler des Theaters Vorpommern, die mit vielen witzigen Ideen selbst noch einmal zu Kindern werden. So ist es einfach köstlich, Andreas Dobberkau als Wanduhr und betagten Baum zu erleben. Auch Katja Klemt rührt als Polizistin, Rabe und Killerkaninchen zu Lachtränen. Jan Bernhardt als Papa Geppetto scheint für dieses Familienstück zudem eine Idealbesetzung zu sein, denn die Herzen der kleinen Zuschauer flogen ihm regelrecht zu. Die phantasievollen und farbenfrohen Kostüme von Ines Nadler machen das Stück auch optisch zu einem Hingucker. Matthias Nagatis, der "Pinocchio" inszenierte, gelingt mit der Aufführung die gekonnte Verbindung von Schauspiel und Puppenspiel, denn Pinocchios Abenteuer sind für die kleinen Zuschauer nicht nur spannend, sondern auch überaus lehrreich, ohne

den berühmten Zeigefinger zu bemühen.
Die Klosterruine in Eldena erweist sich einmal mehr als ideale Openair-Kulisse. Gut 150 Zuschauer können mit jeder Vorstellung Pinocchio sehen. Einziger Wermutstropfen bei der Aufführung: Das Theater Vorpommern hat immer noch keinen gültigen Vertrag mit Petrus. Prompt ließ der es zur Premiere erst tröpfeln und dann richtig schütten. Doch die kleinen Gäste hielten ebenso wie die Schauspieler tapfer durch. "Pinnocchio ist Klasse, da geht man doch nicht", meinten Gretchen aus Dresden und Jean aus Kiel. Damit aber bei dem regnerischen Wetter der nächsten Tage niemand mit einer Erkältung die Aufführung verlässt, wird "Pinocchio" morgen, am Mittwoch und am Donnerstag jeweils um 10 Uhr nicht in der Klosterruine seine Abenteuer bestehen, sondern im Theater Vorpommern. Das hat den Vorteil, dass auch kurzentschlossene Eltern oder Kindergartengruppen noch ein Plätzchen finden.
Weitere Vorstellungen in der Klosterruine Eldena:
1. Juli - 11 und 16 Uhr; 13. Juli - 16 Uhr; 14./15. Juli 11 und 16 Uhr; 22. / 29. Juli und 5. August jeweils 11 Uhr
Preise: 4,50 Euro Kinder; 8,50 Euro Erwachsene

2006

Ostsee-Zeitung (12. Oktober): Peters Erlebnisse amüsierte Kinder

S. VITZDAMM in der Ostsee-Zeitung vom 12. Oktober 2006

Peters Erlebnisse amüsierte Kinder

Birgit Schuster handhabte Peter, seinen Großvater, den Wolf und alle anderen Puppen virtuos.
Birgit Schuster handhabte Peter, seinen Großvater, den Wolf und alle anderen Puppen virtuos.

Zingst. Die Zingster Kurverwaltung vernachlässigt auch ihre jüngeren Besucher nicht und so finden regelmäßig im Kurhaus Veranstaltungen für Kinder statt. Das Schnuppe-Figurentheater führte gestern „Peter und der Wolf“ nach der Komposition von Sergej Prokofjew auf.
Birgit Schuster - in Personalunion für Bühnenaufbau, Puppen, deren Stimmen und Musik verantwortlich - handhabte die Puppen virtuos und imitierte die Stimmen von Peter, dem Wolf und den anderen Mitwirkenden. Die etwa 40 Kinder und halb so viele Erwachsenen erlebten live den Aufbau der Bühne, die aus Dingen besteht, die Birgit Schuster selbst als Sperrmüll bezeichnete. „Also aus Dinge, die sich gegen das Auf-den-Müll-werfen sperrten“, sagte sie. Eine Beschreibung als liebevoll improvisierte Puppenbühne traf es wohl besser. Ein alter Koffer stellte das Haus dar, eine ausrangierte

Badematte die grüne Wiese und ein löchriger Schirm die Baumkrone.
Mit der gleichen Liebe fürs Detail sind die Puppen gestaltet. So sah man Peter seine Lausbubenhaftigkeit sofort an, der Großvater hatte die obligatorische Glatze und trug altmodische Großvatersachen, und der Wolf war dunkel, groß und böse. Für alle, deren eigene Kindheit zu lange her ist und die keine Kinder haben, sei die Geschichte kurz zusammengefasst. Peter verbringt seine Ferien beim Großvater, der ihn davor warnt, den Garten zu verlassen, weil sonst der große, böse Wolf kommt. Peter hört natürlich nicht auf seinen Großvater und das Ende der Geschichte ist, das der Wolf wirklich kommt und Peter ihn fängt.
Das ganze Geschehen wird untermalt von der genialen Komposition von Prokofjew, die jeder Person ihre charakteristischen Töne verleiht. Theater für Kinder ist natürlich im

mer interaktiv. Nach einem anfänglich kurzen Moment der Zurückhaltung gingen die kleinen Zuschauer zu wahren Lachstürmen über und tauchten voll und ganz in die Geschichte ein. Politisch unkorrekt, wie Kindern nun mal sind, kreischten sie vor Vergnügen, als der Wolf die Ente fraß, und verrieten den im Baum sitzenden Peter an den bösen Wolf. Zum Glück stimmt aber die Moral der Geschichte, der Wolf wird gefangen und spuckt die Ente wieder aus.
Die ewig junge Geschichte - mit viel Wortwitz erzählt - verzauberte auch die älteren Zuschauer. Die Aufführung wurde mit einem stürmischen Applaus belohnt. Die Kinderveranstaltungen der Kurverwaltung werden von den Eltern, die in Zingst ihren Urlaub verbringen, gern besucht, und auch die Mutterund-Kind-Klinik bietet ihren kleinen Gästen den Besuch der Veranstaltungen an.

S. VITZDAMM

Ostsee-Zeitung (21. Februar): Einfach zum Liebhaben - der kleine Eisbär Lars

V. KÖNEKE in der Ostsee-Zeitung vom 21. Februar 2006

Einfach zum Liebhaben - der kleine Eisbär Lars

Greifswald Neugierig, niedlich und einfach zum Liebhaben - Lars, der kleine Eisbär. Es gibt wohl kaum ein Kind, das die Zeichenfigur von Hans de Beer nicht kennt. Nun führt das Theater Vorpommern zwei zu einem Stück verbundene Geschichten des eigenwilligen Eisbärjungen als Puppenspiel auf. Es ist das erste reine Puppenstück des Theaters und richtet sich vorrangig an Kinder zwischen drei und acht Jahren. Allerdings meint die gelernte Puppenspielerin und studierte Pädagogin Birgit Schuster: "Alle guten Kindergeschichten sind auch für Erwachsene interessant." Schuster hat sich ganz alleine um das komplette Stück gekümmert - von der Idee, über die Inzenierung bis zum Bühnenbau. Außerdem spielt und spricht sie alle Puppen. Bei seinen Reisen und Abenteuern lernt der Eisbär Lars fremde Tiere und

Kulturen kennen und erfährt, dass man trotz Verschiedenheit glücklich zusammen leben kann. Birgit Schuster setzt diese Reisen geschickt und einfallsreich auf der kleinen Bühne mit dem aufgebauten Krankenzimmer, in dem die Rahmenhandlung des Stückes spielt, um. Da wird ein Tablett schon mal zur Eisenbahn, die Bettdecke zum Dschugel oder eine Wärmflasche zur Eule. "Ich will den Kindern zeigen, dass man mit Phantasie auch schwierige Situationen durchstehen kann", erzählt Schuster, die sich schon seit 20 Jahren dem Puppenspiel verschrieben hat und bisher mit mobilen Produktionen unterwegs war. Reale Welt und Phantasiewelt liegen ihrer Meinung nach oftmals nah beieinander. "Kinder haben stets viel Spaß daran, mit Alltagsdingen zu spielen und sie zu verwandeln", fügt sie an.

Donnerstag ist Premiere für Lars, den kleinen Eisbären im Theater Vorpommern. 50 Minuten dauert das Stück in etwa. Die Vorstellungen für Februar und März sind allerdings komplett ausverkauft. "Greifswald hat ein tolles Publikum. Das Theater ist immer voll und die Kinder sind für alles offen", lobt Schuster die Hansestadt. Nach dem Erfolg von Pettersson und Findus plant das Theater sogar ein Puppenspiel speziell für Erwachsene.

V. KÖNEKE

Lars und sein Freund der Tiger Theo erleben im Theater Vorpommern als Puppenspiel allerlei Abenteuer.
Lars und sein Freund der Tiger Theo erleben im Theater Vorpommern als Puppenspiel allerlei Abenteuer.

2005

Ostsee-Zeitung (19. April): Ein liebenswürdiges Gespann

Cornelia Meerkatz in der Ostsee-Zeitung vom 19. April 2005

Ein liebenswürdiges Gespann

Hans-Jörg Fichtner und ein kleiner Kater erobern ab Donnerstag im Theater als "Pettersson und Findus" die Herzen der Kinder.

Greifswald "Er stiehlt mir sowieso die Show - da kann ich machen, was ich will", sagt Hans-Jörg Fichtner, Schauspieler am Theater Vorpommern, und blinzelt dabei Findus, dem fröhlichen Kater, verschmitzt zu. Der flötet mit honigsüßer Stimme zurück: "Wir sind doch ein Team, die Kinder werden uns beide mögen." Und damit dürfte er ziemlich richtig liegen, denn "Pettersson und Findus" gehören mit zu den am meisten gelesenen Kinderbüchern der Welt. Allein im deutschsprachigen Raum verkauften sich die Geschichten des schwedischen Kinderbuchautoren Sven Nordqvist bereits 3,5 Millionen Mal. Auch in Greifswald und im Landkreis ist die Fangemeinde des ungleichen Paares riesig.

So ist Hans-Jörg Fichtner ab Donnerstag einer der liebenswürdigsten Großväter dieser Welt, denn er spielt Pettersson, dem der kleine Kater geschenkt wird und der zuerst gar keine Ahnung von so kleinen Katern hat. Doch schnell werden Pettersson und Findus Freunde und erfüllen das kleine Haus mit jeder Menge Spaß. Kater Findus

ist eine Handspielpuppe aus Schaumstoff, sozusagen ein Leichtgewicht. Geschaffen wurde der quirlige Kater von Puppenspielerin Birgit Schuster, die sich dabei an das originalgetreue Vorbild hielt. "Einige Wochen Arbeit stecken da schon drin", so Schuster über ihre Klappmaul-Puppe, wie es im Fachjargon heißt. "Aber sie ist wirklich besonders gut gelungen", schätzt auch Birgit Schuster ein. Das Theater Vorpommern bringt in einer Aufführung von einer Stunde und zehn Minuten zwei Stücke: "Wie Findus zu Pettersson kam" und "Ein Feuerwerk für den Fuchs". Allerdings sind die Geschichten ein wenig anders als die Originale im Buch. "Das war aus dramaturgischen Gründen nicht anders machbar", so Regisseur Marcus Voigt. Die Kinder werden dennoch ihren Spaß haben, ist sich auch Dramaturgin Anja Stade sicher. Schließlich fehlen auch der zersauste Fuchs, der Hahn Caruso, die Henne Lenni und die Nachbarin Bella Andersson nicht.

Um schon im Vorfeld die Kinder mit einzubeziehen, die schon so sehnsüchtig auf Pettersson und Findus warten, hatte das Theater

einen Wettbewerb unter den Kindergärten und Grundschulen der Hansestadt organisiert. Gesucht wurde das schönste Huhn. "Es ist erstaunlich, mit wie viel Fantasie die Kinder gearbeitet haben. Wir haben die tollsten Hühner der Welt", schwärmt Marcus Voigt. Natürlich gibt es für die gelungensten Arbeiten eine Belohnung: Freizeitbad, CineStar und Tierpark stellten die Preise zur Verfügung. Außerdem wird es im Foyer eine Hühner-Ausstellung geben. Hans-Jörg Fichtner freut sich auf die Kinder, "die sind schnell zu begeistern". "Wir werden schöne Abenteuer erleben", schnurrt Kater Findus und macht es sich bei Pettersson auf der Schulter gemütlich. Dennoch sei es für ihn eine neue Erfahrung, mit einer Puppe zu arbeiten. "Das macht den Reiz meiner Arbeit aus. Ich hoffe, 'Pettersson und Findus' wird ein Publikumsrenner", sagt Hans-Jörg Fichtner und streichelt liebevoll den kleinen Kater.

Cornelia Meerkatz

2004

Ostsee-Zeitung (17. März): Von außen betrachtet sieht manches anders aus

Andreas Küstermann in der Ostsee-Zeitung vom 17. März 2004

Von außen betrachtet
sieht manches anders aus

Premiere: Insel Ahoi oder komm, wir bauen uns ein Schiff

Sassnitz - Das neue Sommerstück von Birgit Schuster ist da. Woran man das merkt? Barfuß die Schauspielerin und Intendantin, eine Kühlbox, ein Sonnenschirm und ein Tuch auf einem Tisch, das Strand suggeriert. Nicht zu vergessen die groß Latz-Spielhose, in der "Schnuppe" Freizeit suggeriert. Anstrengend sei das kein bisschen, nimmt sie den Dialog mit dem zahlreichen jungen Publikum im Saal des Grundtvighauses auf. "Liegen und faul sein ist gut. Da habe ich die besten Ideen."
"Wuff" macht es in einer völlig anderen Stimmlage und schon findet man sich mitten drin in einer Idee. Denn der bellende Hund, der bewacht einen Sack am Ende des Strandes und eine Regentonne. "Seid ihr noch alle da?", lässt Schnuppe den Hund sagen und veralbert den von ihr ungeliebten Kasper, als die Kinder Kasper-gewohnt "ja" antworten: "Ihr seid doch gar nicht gemeint." Wer dann?

Der Hase, genannt "Jammerlappen", die Katze als "Dickbauch" und Hund, von einzigen menschlichen Inselbewohnerin "Dummkopf" gerufen. Er soll aufpassen auf die beiden anderen Tiere, sonst setzt es was. Die aber erzählen ihre Geschichte, warum sie von der immer nörgelnden Bewohnerin gefangen wurden und die pure Spiellust von Birgit Schuster zieht alle ins Stück.
Geschichten erzählen, Requisiten umwandeln – das sind ihre großen Stärken und so wundert sich niemand, als aus der Kühlbox ein voll eingerichtetes Haus mit integriertem Blumengarten, der große Sonnen-schirm eine Tanne mit dem Lieblingsplatz der Katze wird und im übrigen alles mehrfach besetzt und mit vielen Untertexten versehen ist. Der Strand ist nun die Insel. Natürlich finden die Tiere eine Einigung, lösen ihre Probleme und schaffen sich ein völlig neue Sicht der Dinge. Unlösbares wird gelöst

und der Weg der Solidarität ist im Stück so real, dass die kleinen Gäste ihn auch ohne großen Zeigefinger kaum verfehlen können. Von den fremdbestimmten, negativen Attributen der Tiere kommen sie wieder auf ihre selbstbestimmten, eigenen Namen und statt sich zu verstecken, nehmen sie gemeinsam die Sache in die Hand. "Für die Erwachsenen ebenso die Spiellust pur", zeigt sich Robert Denier mit Heike Kaltenbach und den beiden Kindern Milli und Mirco begeistert. Stammgäste, wie viele andere an diesem Sonntag morgen beim Sonntagscafé.
"Da hinten läuft eine Maus, und wer sie fängt, kann sich eine Pelzkappe davon machen", ruft Birgit Schuster zum Abschluss ins Publikum. Ein Schluss nach ihrem Geschmack. Mit Schmunzeln und ganz leicht. Mehr Infos gibt's unter www.schnuppe-figurentheater.de

Andreas Küstermann

2003

Ostsee-Zeitung (5. August): Die mit den Puppen spielt

Sven Jeske in der Ostsee-Zeitung vom 5. August 2003

Die mit den Puppen spielt

Birgit Schuster gilt in Ostvorpommern als die Beste ihres Faches

Die mit den Puppen spielt

Ostvorpommern: Theater für Kinder ist die Welt der Birgit Schuster. Eine Welt im Kleinen, für den Nachwuchs zuweilen das Größte. Denn die Frau vertsht es, den Dingen Leben einzuhauchen. So überzeugend,dass sie in Ostvorpommern schon als beste Puppenspielerin weit undbreit gehandelt wird.
Die Beste? Schuster lächelt. Nun ja, sie gibt sich Mühe. Wenns dann gefällt, umso besser. 13 Stücke hat sie drauf und als ob das nicht genügte, studiert sie jährlich ein, zwei weitere ein. Ein Aufwand, den ihr Publikum nicht ermessen kann und soll. Jedes Requisit, jede noch so kleine Dekoration fertigt die 37-jährige selbst. die Puppen, ja die Bühnen - alles Eigenproduktion. Mitunter erstaunlich wandelbar. Wie an diesem Nachmittag im Vereinshaus einer Greifswalder Gartensparte: Die feiert den Sommer. Überall Geräusche - Schwerstarbeit für Schuster. Im grünen Reifrock steht sie da, einen ebenso grünen Zylinder auf dem Kopf. Vor sich ein Paar Dutzend Kinder. Ein Märchen will sie denen spielen. Von einem Häschen, das allen bockbeinig kommt. Zunächst aber reißt die Frau nur die Augen auf. Tut verwundert und verblüfft. Die Geschichte, wo steckte sie doch gleich? "ach natürlich, hier oben" ruft sie und tippt sich an den Kopf. Die Zuschauer sind erleichtert. Dann kann es ja losgehen. Schusters Outfit wird zur Kulisse. Irgendwann schiebt einen Holzstab durch den Zylinder und stülpt den Reifrock um. Über ihren Körper hinaus, so weit, dass sie nicht mehr zu sehen ist und sich die Blicke der jungen Zuschauer vollends auf die Figuren konzentrieren.
"Ich mag die Verwandlung", wird Birgit Schuster eine halbe Stunde später sagen. Da steht ihr der Schweiß noch auf der Stirn. Puppenspiel kann anstrengend sein. Sie hat es gelernt, nahm Schauspielunterricht und Sprecherziehung am Theater in Meiningen. In Berlin baute sie ihr Können aus. Nun also Vorpommern. Viele KollegInnen hat Schuster hier wahrlich nicht, obwohl landesweit schon einige agieren. Zumeist im Großraum Rostock - Schwerin. Wer wie Brigit Schuster davon lebt, Leute zu unterhalten, muss in einem Land wie Mecklenburg-Vorpommern vor allem ein sein: auf Achse. Im Spielhaus Gladow tritt sie des öfteren auf. Auch in Greifswald. Sie gibt Kurse. Für Kinder wie Erwachsene. Und sie spielt Theater nach Maß. Soll heißen wie von anderen gewünscht.

2002

Der Rüganer (5. Juni): Wenn Peter und seine Freunde den Wolf schnappen

'Der Rüganer' vom 5. Juni 2002

Wenn Peter und seine Freunde den Wolf schnappen

Puppenspielpremiere im TUSCULUM

Putbus (I)R). Das hatte das TUSCULUM in der Putbusser Alleestrafße 5 seit seiner Eröffnung noch nicht erlebt. Es drohte aus seinen Nähten zu platzen, als Birgit Schuster mit ihrem Schnuppe-Figurentheater die jüngsten Theaterfans zur Premiere von "Peter und der Wolf" eingeladen hatte. Mancher Stuhl wurde zum Doppelsitzer und die Muttis und Vatis "begnügten" sich mit einem Stehplatz, denn niemand wollte sich die Puppentheaterbearbeitung des bekannten musikalischen Märchens entgehen lassen. Und sie alle kamen auf ihre Kosten, denn Birgit Schuster hat sich der bekannten Geschichte von Sergej S. Prokofjew phantasievoll, aber ohne Schnörkel, angenommen und unterhaltsame 45-Minuten auf die Bühne gebracht. Bekannte Gegenstände des täglichen Lebens verwandeln sich unter ihren Händen auf wundersame Weise zur originellen Kulisse. Der vor dem Sperrmüll bewahrte Koffer wird zum Häuschen für den Großvater und Feriendomizil für Peter: Und die kleinen Zuschauer finden es ganz normal, wenn dieser "Haus-Koffer" auch noch zur Falle für den Wolf wird. Und da der Wolf gar nicht so böse ist, sondern eher ein naschhaftes Wölfchen, wird er unter dem Jubel der Kinder in den Wald zurück gebracht und dort darf er wieder zu seiner Mami! Natürlich haben die Freunde Peters, der Vogel, die Katze und die lustig-freche Ente sowie der Großvater bange Minuten durchzustehen. Aber Freunde schaffen das! Liebevoll hat Birgit Schuster das Märchen unter Verwendung der Musikmotive in Szene gesetzt und die Kinder quittierten das Spiel mit gespannter Anteilnahme, fröhlichem Gelächter und heftigem Schlussapplaus. Und so ganz nebenbei haben sicher einige von ihnen ihren ersten Kontakt mit klassischer Musik gehabt. Sie sollten auch ihren Kinder dieses "tierische Vergnügen" ermöglichen und sich bei Birgit Schuster unter der Telefonnummer (03 8305)5 53 01 erkundigen, wo und wann die nächste Vorstellung stattfindet.

vor 2002

Ostsee-Zeitung (18. Mai): "Schnuppe" soll Glück bringen

Eva Prase in der Ostsee-Zeitung vom 18. Mai 1999

"Schnuppe" soll Glück bringen

Birgit Schuster verlegte ihr Puppentheater von Berlin an die Küste

Mit zwölf hielt Birgit Schuster ihre erste Theater-Puppe in der Hand. Inzwischen baut sie Figuren, schreibt Stücke und tourt mit ihrer Bühne durchs Land. "Schnuppe" heißt ihr Theater - es verzaubert Kinder.

"Schnuppe".Das Wort rutscht einfach heraus, klingt leicht und locker. "Ich hab's von Sternschnuppe abgeleitet", sagt Birgit Schuster. Als die Puppenspielerin, die in Gingst auf Rügen lebt, ihr Theater gründete, dachte sie an diese himmlischen Glücksbringer und nannte das Theater eben Schnuppe". Sie sagt: "Eine gute Geschichte zaubert wie eine Sternschnuppe am Himmel ein Lächeln auf die Lippen, ein leuchten in die Augen und einen Wunsch in die Herzen."
Seit zwölf Jahren hat Birgit Schuster mit ihren Geschichten und Puppen unterwegs. Ihr VW Polo ist meist randvoll bepackt. Fast immer liegen die Utensilien für eine Theatervorstellung samt Bühne drin. [...]
       Obwohl sie gerade ein Jahr im Norden lebt, hat sie auch hier zahlreiche Auftritte. Sie spielt in Kurkliniken, Kindergärten, bei Gemeindefesten. Letztens begeisterte sie ihr Publikum bei einer Fährfahrt über die Ostsee. Daß sie von der Hauptstadt an die Küste wechselte, hat drei Gründe: Ihr gefällt der Landstrich, sie glaubt, auch hier Urlauber und Einheimische mit ihrem Spiel verzaubern zu können. Außerdem sollte ihre fünfjährige Tochter in Ruhe, fern der Großstadt aufwachsen. [...]
Jede Figur fertigt die Künstlerin selbst. Auf dem Küchentisch in ihrer Wohnung liegen Materialien und Werkzeug bereit: Schaumstoff, Filz, Nadel und Faden. Unter den geschickten Händen von Birgit Schuster entstehen Katzen und Schweine, Hasen und Igel, ja selbst Känguruhs. Für jedes Stück entwirft sie auch eine neue Bühne, Mal gestaltet sie ein einfaches Holzregal zum Haus, dann wieder nimmt sie einen Drehtisch, den sie während des Spieles um sich bewegt. Und wieder ein andermal trägt sie einen alten ledernen Koffer vor dem Bauch, nutzt ihn als Bühne. Insgesamt versucht sie, bereits beim Bühnenbau ein Stück der jeweiligen Geschichte darzustellen.
Weil sie alles selbst macht, ihre Ideen umsetzt, geraten ihre Stücke zu kleinen Kunstwerken die vor allem eines sind; unverwechselbar.