Zeitungsarchiv

2006

Ostsee-Zeitung (12. Oktober): Peters Erlebnisse amüsierte Kinder

S. VITZDAMM in der Ostsee-Zeitung vom 12. Oktober 2006

Peters Erlebnisse amüsierte Kinder

Birgit Schuster handhabte Peter, seinen Großvater, den Wolf und alle anderen Puppen virtuos.
Birgit Schuster handhabte Peter, seinen Großvater, den Wolf und alle anderen Puppen virtuos.

Zingst. Die Zingster Kurverwaltung vernachlässigt auch ihre jüngeren Besucher nicht und so finden regelmäßig im Kurhaus Veranstaltungen für Kinder statt. Das Schnuppe-Figurentheater führte gestern „Peter und der Wolf“ nach der Komposition von Sergej Prokofjew auf.
Birgit Schuster - in Personalunion für Bühnenaufbau, Puppen, deren Stimmen und Musik verantwortlich - handhabte die Puppen virtuos und imitierte die Stimmen von Peter, dem Wolf und den anderen Mitwirkenden. Die etwa 40 Kinder und halb so viele Erwachsenen erlebten live den Aufbau der Bühne, die aus Dingen besteht, die Birgit Schuster selbst als Sperrmüll bezeichnete. „Also aus Dinge, die sich gegen das Auf-den-Müll-werfen sperrten“, sagte sie. Eine Beschreibung als liebevoll improvisierte Puppenbühne traf es wohl besser. Ein alter Koffer stellte das Haus dar, eine ausrangierte

Badematte die grüne Wiese und ein löchriger Schirm die Baumkrone.
Mit der gleichen Liebe fürs Detail sind die Puppen gestaltet. So sah man Peter seine Lausbubenhaftigkeit sofort an, der Großvater hatte die obligatorische Glatze und trug altmodische Großvatersachen, und der Wolf war dunkel, groß und böse. Für alle, deren eigene Kindheit zu lange her ist und die keine Kinder haben, sei die Geschichte kurz zusammengefasst. Peter verbringt seine Ferien beim Großvater, der ihn davor warnt, den Garten zu verlassen, weil sonst der große, böse Wolf kommt. Peter hört natürlich nicht auf seinen Großvater und das Ende der Geschichte ist, das der Wolf wirklich kommt und Peter ihn fängt.
Das ganze Geschehen wird untermalt von der genialen Komposition von Prokofjew, die jeder Person ihre charakteristischen Töne verleiht. Theater für Kinder ist natürlich im

mer interaktiv. Nach einem anfänglich kurzen Moment der Zurückhaltung gingen die kleinen Zuschauer zu wahren Lachstürmen über und tauchten voll und ganz in die Geschichte ein. Politisch unkorrekt, wie Kindern nun mal sind, kreischten sie vor Vergnügen, als der Wolf die Ente fraß, und verrieten den im Baum sitzenden Peter an den bösen Wolf. Zum Glück stimmt aber die Moral der Geschichte, der Wolf wird gefangen und spuckt die Ente wieder aus.
Die ewig junge Geschichte - mit viel Wortwitz erzählt - verzauberte auch die älteren Zuschauer. Die Aufführung wurde mit einem stürmischen Applaus belohnt. Die Kinderveranstaltungen der Kurverwaltung werden von den Eltern, die in Zingst ihren Urlaub verbringen, gern besucht, und auch die Mutterund-Kind-Klinik bietet ihren kleinen Gästen den Besuch der Veranstaltungen an.

S. VITZDAMM

Ostsee-Zeitung (21. Februar): Einfach zum Liebhaben - der kleine Eisbär Lars

V. KÖNEKE in der Ostsee-Zeitung vom 21. Februar 2006

Einfach zum Liebhaben - der kleine Eisbär Lars

Greifswald Neugierig, niedlich und einfach zum Liebhaben - Lars, der kleine Eisbär. Es gibt wohl kaum ein Kind, das die Zeichenfigur von Hans de Beer nicht kennt. Nun führt das Theater Vorpommern zwei zu einem Stück verbundene Geschichten des eigenwilligen Eisbärjungen als Puppenspiel auf. Es ist das erste reine Puppenstück des Theaters und richtet sich vorrangig an Kinder zwischen drei und acht Jahren. Allerdings meint die gelernte Puppenspielerin und studierte Pädagogin Birgit Schuster: "Alle guten Kindergeschichten sind auch für Erwachsene interessant." Schuster hat sich ganz alleine um das komplette Stück gekümmert - von der Idee, über die Inzenierung bis zum Bühnenbau. Außerdem spielt und spricht sie alle Puppen. Bei seinen Reisen und Abenteuern lernt der Eisbär Lars fremde Tiere und

Kulturen kennen und erfährt, dass man trotz Verschiedenheit glücklich zusammen leben kann. Birgit Schuster setzt diese Reisen geschickt und einfallsreich auf der kleinen Bühne mit dem aufgebauten Krankenzimmer, in dem die Rahmenhandlung des Stückes spielt, um. Da wird ein Tablett schon mal zur Eisenbahn, die Bettdecke zum Dschugel oder eine Wärmflasche zur Eule. "Ich will den Kindern zeigen, dass man mit Phantasie auch schwierige Situationen durchstehen kann", erzählt Schuster, die sich schon seit 20 Jahren dem Puppenspiel verschrieben hat und bisher mit mobilen Produktionen unterwegs war. Reale Welt und Phantasiewelt liegen ihrer Meinung nach oftmals nah beieinander. "Kinder haben stets viel Spaß daran, mit Alltagsdingen zu spielen und sie zu verwandeln", fügt sie an.

Donnerstag ist Premiere für Lars, den kleinen Eisbären im Theater Vorpommern. 50 Minuten dauert das Stück in etwa. Die Vorstellungen für Februar und März sind allerdings komplett ausverkauft. "Greifswald hat ein tolles Publikum. Das Theater ist immer voll und die Kinder sind für alles offen", lobt Schuster die Hansestadt. Nach dem Erfolg von Pettersson und Findus plant das Theater sogar ein Puppenspiel speziell für Erwachsene.

V. KÖNEKE

Lars und sein Freund der Tiger Theo erleben im Theater Vorpommern als Puppenspiel allerlei Abenteuer.
Lars und sein Freund der Tiger Theo erleben im Theater Vorpommern als Puppenspiel allerlei Abenteuer.

2004

Ostsee-Zeitung (17. März): Von außen betrachtet sieht manches anders aus

Andreas Küstermann in der Ostsee-Zeitung vom 17. März 2004

Von außen betrachtet
sieht manches anders aus

Premiere: Insel Ahoi oder komm, wir bauen uns ein Schiff

Sassnitz - Das neue Sommerstück von Birgit Schuster ist da. Woran man das merkt? Barfuß die Schauspielerin und Intendantin, eine Kühlbox, ein Sonnenschirm und ein Tuch auf einem Tisch, das Strand suggeriert. Nicht zu vergessen die groß Latz-Spielhose, in der "Schnuppe" Freizeit suggeriert. Anstrengend sei das kein bisschen, nimmt sie den Dialog mit dem zahlreichen jungen Publikum im Saal des Grundtvighauses auf. "Liegen und faul sein ist gut. Da habe ich die besten Ideen."
"Wuff" macht es in einer völlig anderen Stimmlage und schon findet man sich mitten drin in einer Idee. Denn der bellende Hund, der bewacht einen Sack am Ende des Strandes und eine Regentonne. "Seid ihr noch alle da?", lässt Schnuppe den Hund sagen und veralbert den von ihr ungeliebten Kasper, als die Kinder Kasper-gewohnt "ja" antworten: "Ihr seid doch gar nicht gemeint." Wer dann?

Der Hase, genannt "Jammerlappen", die Katze als "Dickbauch" und Hund, von einzigen menschlichen Inselbewohnerin "Dummkopf" gerufen. Er soll aufpassen auf die beiden anderen Tiere, sonst setzt es was. Die aber erzählen ihre Geschichte, warum sie von der immer nörgelnden Bewohnerin gefangen wurden und die pure Spiellust von Birgit Schuster zieht alle ins Stück.
Geschichten erzählen, Requisiten umwandeln – das sind ihre großen Stärken und so wundert sich niemand, als aus der Kühlbox ein voll eingerichtetes Haus mit integriertem Blumengarten, der große Sonnen-schirm eine Tanne mit dem Lieblingsplatz der Katze wird und im übrigen alles mehrfach besetzt und mit vielen Untertexten versehen ist. Der Strand ist nun die Insel. Natürlich finden die Tiere eine Einigung, lösen ihre Probleme und schaffen sich ein völlig neue Sicht der Dinge. Unlösbares wird gelöst

und der Weg der Solidarität ist im Stück so real, dass die kleinen Gäste ihn auch ohne großen Zeigefinger kaum verfehlen können. Von den fremdbestimmten, negativen Attributen der Tiere kommen sie wieder auf ihre selbstbestimmten, eigenen Namen und statt sich zu verstecken, nehmen sie gemeinsam die Sache in die Hand. "Für die Erwachsenen ebenso die Spiellust pur", zeigt sich Robert Denier mit Heike Kaltenbach und den beiden Kindern Milli und Mirco begeistert. Stammgäste, wie viele andere an diesem Sonntag morgen beim Sonntagscafé.
"Da hinten läuft eine Maus, und wer sie fängt, kann sich eine Pelzkappe davon machen", ruft Birgit Schuster zum Abschluss ins Publikum. Ein Schluss nach ihrem Geschmack. Mit Schmunzeln und ganz leicht. Mehr Infos gibt's unter www.schnuppe-figurentheater.de

Andreas Küstermann

2003

Ostsee-Zeitung (5. August): Die mit den Puppen spielt

Sven Jeske in der Ostsee-Zeitung vom 5. August 2003

Die mit den Puppen spielt

Birgit Schuster gilt in Ostvorpommern als die Beste ihres Faches

Die mit den Puppen spielt

Ostvorpommern: Theater für Kinder ist die Welt der Birgit Schuster. Eine Welt im Kleinen, für den Nachwuchs zuweilen das Größte. Denn die Frau vertsht es, den Dingen Leben einzuhauchen. So überzeugend,dass sie in Ostvorpommern schon als beste Puppenspielerin weit undbreit gehandelt wird.
Die Beste? Schuster lächelt. Nun ja, sie gibt sich Mühe. Wenns dann gefällt, umso besser. 13 Stücke hat sie drauf und als ob das nicht genügte, studiert sie jährlich ein, zwei weitere ein. Ein Aufwand, den ihr Publikum nicht ermessen kann und soll. Jedes Requisit, jede noch so kleine Dekoration fertigt die 37-jährige selbst. die Puppen, ja die Bühnen - alles Eigenproduktion. Mitunter erstaunlich wandelbar. Wie an diesem Nachmittag im Vereinshaus einer Greifswalder Gartensparte: Die feiert den Sommer. Überall Geräusche - Schwerstarbeit für Schuster. Im grünen Reifrock steht sie da, einen ebenso grünen Zylinder auf dem Kopf. Vor sich ein Paar Dutzend Kinder. Ein Märchen will sie denen spielen. Von einem Häschen, das allen bockbeinig kommt. Zunächst aber reißt die Frau nur die Augen auf. Tut verwundert und verblüfft. Die Geschichte, wo steckte sie doch gleich? "ach natürlich, hier oben" ruft sie und tippt sich an den Kopf. Die Zuschauer sind erleichtert. Dann kann es ja losgehen. Schusters Outfit wird zur Kulisse. Irgendwann schiebt einen Holzstab durch den Zylinder und stülpt den Reifrock um. Über ihren Körper hinaus, so weit, dass sie nicht mehr zu sehen ist und sich die Blicke der jungen Zuschauer vollends auf die Figuren konzentrieren.
"Ich mag die Verwandlung", wird Birgit Schuster eine halbe Stunde später sagen. Da steht ihr der Schweiß noch auf der Stirn. Puppenspiel kann anstrengend sein. Sie hat es gelernt, nahm Schauspielunterricht und Sprecherziehung am Theater in Meiningen. In Berlin baute sie ihr Können aus. Nun also Vorpommern. Viele KollegInnen hat Schuster hier wahrlich nicht, obwohl landesweit schon einige agieren. Zumeist im Großraum Rostock - Schwerin. Wer wie Brigit Schuster davon lebt, Leute zu unterhalten, muss in einem Land wie Mecklenburg-Vorpommern vor allem ein sein: auf Achse. Im Spielhaus Gladow tritt sie des öfteren auf. Auch in Greifswald. Sie gibt Kurse. Für Kinder wie Erwachsene. Und sie spielt Theater nach Maß. Soll heißen wie von anderen gewünscht.

2002

Der Rüganer (5. Juni): Wenn Peter und seine Freunde den Wolf schnappen

'Der Rüganer' vom 5. Juni 2002

Wenn Peter und seine Freunde den Wolf schnappen

Puppenspielpremiere im TUSCULUM

Putbus (I)R). Das hatte das TUSCULUM in der Putbusser Alleestrafße 5 seit seiner Eröffnung noch nicht erlebt. Es drohte aus seinen Nähten zu platzen, als Birgit Schuster mit ihrem Schnuppe-Figurentheater die jüngsten Theaterfans zur Premiere von "Peter und der Wolf" eingeladen hatte. Mancher Stuhl wurde zum Doppelsitzer und die Muttis und Vatis "begnügten" sich mit einem Stehplatz, denn niemand wollte sich die Puppentheaterbearbeitung des bekannten musikalischen Märchens entgehen lassen. Und sie alle kamen auf ihre Kosten, denn Birgit Schuster hat sich der bekannten Geschichte von Sergej S. Prokofjew phantasievoll, aber ohne Schnörkel, angenommen und unterhaltsame 45-Minuten auf die Bühne gebracht. Bekannte Gegenstände des täglichen Lebens verwandeln sich unter ihren Händen auf wundersame Weise zur originellen Kulisse. Der vor dem Sperrmüll bewahrte Koffer wird zum Häuschen für den Großvater und Feriendomizil für Peter: Und die kleinen Zuschauer finden es ganz normal, wenn dieser "Haus-Koffer" auch noch zur Falle für den Wolf wird. Und da der Wolf gar nicht so böse ist, sondern eher ein naschhaftes Wölfchen, wird er unter dem Jubel der Kinder in den Wald zurück gebracht und dort darf er wieder zu seiner Mami! Natürlich haben die Freunde Peters, der Vogel, die Katze und die lustig-freche Ente sowie der Großvater bange Minuten durchzustehen. Aber Freunde schaffen das! Liebevoll hat Birgit Schuster das Märchen unter Verwendung der Musikmotive in Szene gesetzt und die Kinder quittierten das Spiel mit gespannter Anteilnahme, fröhlichem Gelächter und heftigem Schlussapplaus. Und so ganz nebenbei haben sicher einige von ihnen ihren ersten Kontakt mit klassischer Musik gehabt. Sie sollten auch ihren Kinder dieses "tierische Vergnügen" ermöglichen und sich bei Birgit Schuster unter der Telefonnummer (03 8305)5 53 01 erkundigen, wo und wann die nächste Vorstellung stattfindet.

vor 2002

Ostsee-Zeitung (18. Mai): "Schnuppe" soll Glück bringen

Eva Prase in der Ostsee-Zeitung vom 18. Mai 1999

"Schnuppe" soll Glück bringen

Birgit Schuster verlegte ihr Puppentheater von Berlin an die Küste

Mit zwölf hielt Birgit Schuster ihre erste Theater-Puppe in der Hand. Inzwischen baut sie Figuren, schreibt Stücke und tourt mit ihrer Bühne durchs Land. "Schnuppe" heißt ihr Theater - es verzaubert Kinder.

"Schnuppe".Das Wort rutscht einfach heraus, klingt leicht und locker. "Ich hab's von Sternschnuppe abgeleitet", sagt Birgit Schuster. Als die Puppenspielerin, die in Gingst auf Rügen lebt, ihr Theater gründete, dachte sie an diese himmlischen Glücksbringer und nannte das Theater eben Schnuppe". Sie sagt: "Eine gute Geschichte zaubert wie eine Sternschnuppe am Himmel ein Lächeln auf die Lippen, ein leuchten in die Augen und einen Wunsch in die Herzen."
Seit zwölf Jahren hat Birgit Schuster mit ihren Geschichten und Puppen unterwegs. Ihr VW Polo ist meist randvoll bepackt. Fast immer liegen die Utensilien für eine Theatervorstellung samt Bühne drin. [...]
       Obwohl sie gerade ein Jahr im Norden lebt, hat sie auch hier zahlreiche Auftritte. Sie spielt in Kurkliniken, Kindergärten, bei Gemeindefesten. Letztens begeisterte sie ihr Publikum bei einer Fährfahrt über die Ostsee. Daß sie von der Hauptstadt an die Küste wechselte, hat drei Gründe: Ihr gefällt der Landstrich, sie glaubt, auch hier Urlauber und Einheimische mit ihrem Spiel verzaubern zu können. Außerdem sollte ihre fünfjährige Tochter in Ruhe, fern der Großstadt aufwachsen. [...]
Jede Figur fertigt die Künstlerin selbst. Auf dem Küchentisch in ihrer Wohnung liegen Materialien und Werkzeug bereit: Schaumstoff, Filz, Nadel und Faden. Unter den geschickten Händen von Birgit Schuster entstehen Katzen und Schweine, Hasen und Igel, ja selbst Känguruhs. Für jedes Stück entwirft sie auch eine neue Bühne, Mal gestaltet sie ein einfaches Holzregal zum Haus, dann wieder nimmt sie einen Drehtisch, den sie während des Spieles um sich bewegt. Und wieder ein andermal trägt sie einen alten ledernen Koffer vor dem Bauch, nutzt ihn als Bühne. Insgesamt versucht sie, bereits beim Bühnenbau ein Stück der jeweiligen Geschichte darzustellen.
Weil sie alles selbst macht, ihre Ideen umsetzt, geraten ihre Stücke zu kleinen Kunstwerken die vor allem eines sind; unverwechselbar.